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CONSTRUCTION
Internet
und Electronische Integration in Absatz- und Vertriebssystemen: Das
Beispiel der Finanzdienstleistungsbranche
-
Exploratory Study -
Ueberblick
und Problem
Im
Gegensatz zu vielen Branchen profitiert der Finanzdienstleistungssektor
von lang andauernden Kundenbeziehungen. Dies zeigt sich z.B. in der
Bereitschaft, hohe Kundenakquisitionskosten zu zahlen (Reichheld and
Sasser 1990).
Seit
kurzem allerdings, sorgt das Internet und seine technischen Systeme
fuer Unsicherheit im Markt. Vielfach bedroht das Internet traditionelle
Geschaeftsbeziehungen und damit Geschaeftsmodelle. Zum einen nutzen
Unternehmen das Internet zum elektronischen Direktverkauf und -vertrieb
traditioneller Produkte an Endkunden. Viele zum ersten Mal, wie z.B.
Capital Group's American Funds, das drittgroesste Unternehmen im Markt.
Zum anderen nutzen Unternehmen den elektronischen direkten Verkaufskanal,
um neue Produkte aus anderen Bereichen anzubieten. So bietet z.B. die
Deutsche Bank ueber Ihre Internet-Tochter www.deutsche-bank24.de
auch Versicherungspolicen an. Dies erinnert an alte "Allfinanz-"
Konzepte--das Angebot von Bank-, Versicherungs-, und Vermoegensberatungsprodukten
und -dienstleistungen unter einem Dach (Spremann 1996, p. 59; "German
Finance--Three into one will go" 2001). Wiederum andere Unternehmen
nutzen den elektronischen Direktkontakt mit Endkunden, um den Kunden
staerker einzubinden in den Prozess der Erstellung der Dienstleistung.
Dies ist eine neue Strategie und im Massenmarkt erst seit der Verfuegbarkeit
neuer Internet-basierter Systeme, wie z.B. von Web Services, kostenguenstig
moeglich. Da es bisher wenig fundierte Erkenntnisse zur optimalen Gestaltung
dieser Strategie gib, fuehren wir diese Studie durch.
Finanzdienstleistungsbranche
Die
Finanzdienstleistungsindustrie wurde aus folgenden Gruenden ausgewaehlt:
(1)
Viele Internettransaktionen in Konsumentenmaerkten sind Finanztransaktionen.
Dies zeigt u.a., dass die Finanzinstitute eher zu den Pionieren zaehlen
und schon seit einiger Zeit Internet-basierte Informationstecnologie
verwenden, eine wichtige Voraussetzung, um ueberhaupt Effekte messen
zu koennen.
(2)
Finanzdienstleistungen und -produkte sind digitale Gueter und koennen
im Gegensatz zu physikalischen Guetern nicht nur online beworben und
verkauft, sondern auch vertrieben werden. Da mehr Prozesse automatisiert
werden koennen spielt das Internet bei digitalen Guetern oft eine bedeutendere
Rolle; d.h., Effekte koennten sehr stark ausgepraegt sein.
(3)
Bei Finanzdienstleistungen, wie z.B. der Anlageberatung, hat der Endkunde
idR. ein grosses Interesse daran, dass der Anbieter sehr gute Kundenprofilinformationen
erhaelt. Denn die Guete der Beratung haengt unmittelbar von der Qulitaet
des Profils ab. D.h., es besteht ein hoher Anreiz von Kundenseite aus
ein gutes Profil zur Verfuegung zu stellen. Da auch dies fuer den Kunden
offensichtlich ist, koennen Unternehmen der Finnazwirtschaft im Gegensatz
zu vielen anderen Branchen, wie z.B. dem Buchhandel, auf kostspielige
Profilgewinnungs- und -pflegemassnahmen verzichten. Da Kosten niedriger
sind sollte auch dies zu vermehrter Nutzung von Internettechnik beitragen.
Forschungsaspekte
Ausgehend
von Interviews mit Geschaefsfuehrern und einer qualitativen Studie von
Pionieren im Finanzdienstleistungsbereich in den USA und Deutschland
unterscheiden wir zwischen drei Kategorien der strategischen Internetnutzung:
(1) Absatz- und Vertriebskanal, (2) Cross-selling, und (3) strategische
Rekonfiguration/"Business Transformation." Diese Klassifizierung
ist konsistent mit der Kategorisierung der Wirkung von Informationstechnologie
in der betriebswirtschaftlichen Literatur (z.B. Venkatraman 1994). Darueberhinaus
entspricht es auch der Unterscheidung von Unternehmensstrukturen and
strukturveraenderndem Integrationsverhalten--vertikale vs. horizontale
Integratio--in der Industrieokonomie (siehe z.B. das sogenannte "Structure-Conduct-Performance"
Model). Andere Klassifizerungskonzepte unterscheiden z.B. zwischen Preissetzung
and Markttransparenz (Clemons and Hitt 2000, p. 4-5, and Table 1, p.
35-38).
1)
Absatz- und Vertriebskanal/Vertikale Integration, Spezialfall
der Vorwaertsintegration: Finanzdienstleister nutzen Internettechnik
zum Aufbau eines neuen Absatz- und Vertriebskanals fuer Ihre traditionellen
Produkte.
2)
Cross-Selling/Horizontale Integration: Finanzdienstleister nutzen
Internettechnik zum Verkauf neuer, aehnlicher Produkte an alte Kunden.
Diese Strategie kann dann wirtschaftlich vorteilhaft sein, wenn zum
einen Kundenkontakte mehrfach genutzt und somit Kundenakquisitionskosten
eingespart werden koennen ("cross-selling"), zum anderen,
wenn dies kostenguenstig umgesetzt werden kann. Hier ist das Internet
von Bedeutung, denn es ermoeglicht den Verkauf und Vertrieb digitaler
Produkte ueber eine Platform, was Investions- und Betriebskosten senkt.
3)
Rekonfiguration/"Business Transformation"/"Virtuelle"
oder Elektonische Integration: Wenn man die Internetnutzung des Internet
Pioneer Dell analysiert, dann erkennt man, dass Dell das Internet nicht
nur nutzt, um besser neue Kundensegmente anzusprechen oder um vom Cross-selling
zu profitieren (Magretta 1998). Bei Dell geht die elektronische Direktanbindung
weit ueber Markting-bezogene Vorteile hinaus. Es erlaubt Dell ein grundsaetzlich
anderes--effizienteres--Produktionssystem einschliesslich Zulieferkettenmanagement.
Statt
auf Halde zu produzieren ("made-to-stock") und Produkte in
den Markt zu druecken ("push") kann Dell die Produktion durch
den Kunden steuern lassen ("pull"). Dieses Beispiel illustriert
eine neue Strategie, die erst durch den Einsatz eines elektronischen
direkten Vertriebskanals und der Automatisierung interner Ablaeufe ermoeglicht
wird. Kundendaten koennen nicht nur zu Absatzprognosezwecken verwendet
werden, sondern Kunden koennen unmittelbar Produktionsprozesse steuern.
Ueberspitzt formuliert: Der Kunde betreibt das Geschaeft. Der
Betrieb des Geschaefts wird an den Kunden ausgelagert. Der Anbieter
betreibt "nur noch" die hierfuer benoetigte informationstechnische
Infrastruktur, die wiederum ueber offene Standards wie z.B. das Internet
und die neuen Web Services mit Lieferantensystemen gekoppelt sind. Die
Entwicklung eines solchen Informationssystems einschliesslich der Systemarchitektur
ist allerdings keine triviale Aufgabe oder einfach zu imitieren; aber
gerade aus diesem Grund ist es eine potentielle Quelle von Wettbewerbsvorteilen
, die dauerhafter sein koennen als die Installation eines CRM Systems.
Im Fall von Dell ist es z.B. noch keinem Konkurrenten gelungen ein aehnlich
leistungsfaehiges System zu entwickeln.
Unsere
Studie untersucht im Besonderen in welchem Umfang Endkunden miteinbezogen
werden in den Prozess der Erstellung der Dienstleitung und die Rolle
von Marketing-, Absatz- und Informationstechnologiestrategie in diesem
Prozess.
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Figures: Asset
Management Value System and Internet Impact |
Ansatz
Viele
Studien ueber die Wirkung von Informationstechnologie (IT) auf Unternehmensstrategie
und Industriestrukturen sind theoretisch abgestuetzt auf der Transaktionskostentheorie.
Brynjolfsson et al. (1994) z.B. zeigt in einer derartigen Untersuchung,
dass IT Nutzung insgesamt zu kleineren, fokussierten Unternehmen fuehrt,
da externe Transaktionskosten staerker reduziert werden als interne
and da spezialisierte Unternehmen idR. einen Produktionskostenvorteil
gegenueber breit aufgestellten Firmen besitzen. Dewan et al. (1998)
und Hitt (1999) haben zudem herausgefunden, dass zunehmende IT Nutzung
negativ korreliert ist mit dem Grad der vertikalen Integration und schwach
positiv korreliert ist mit dem Grad der Diversifikation. Ein Beispiel
fuer eine transaktionskosten-fundierte Untersuchung in der Finanzwirtschaft
ist die Studie von Zaheer und Venkatraman ueber Determinanten elektronischer
Integration (1994).
Neben
dem transaktionskostentheoretischen Erklaerungsansatzes gibts es allerdings
weitere Ursache-Wirkungszusammenhaenge. Eine Untersuchung von Brynjolfsson
and Smith im Bereich des Internethandels z.B. zeigt die besondere Bedeutung
der Kundenbeziehung fuer den Erfolg im Internetwettbewerb (2000). Um
die Bedeutung der Kundenbeziehung zu erfassen ergaenzen wir TCE mit
Exchange Theory. Exchange theory und im Besonderen Social Exchange Theory
analysiert den Austausch von Informationen und physikalischen Guetern
zwischen Individuen um Erklaerungsansaetze fuer deren Interaktionsverhalten
zu finden (Thibaut and Kelley 1959, Kelley and Thibaut 1978).
In
den Marketingwissenschaften wird Exchange Theory sehr erfolgreich in
der Literature der Absatz- und Distributionskanaele (Frazier 1983) sowie
der Beziehungen zwischen Herstellern und Distributoren verwendet (Andersen,
Narus 1984, 1990). Darueberhinaus basiert die Forschung des Beziehungsmarketings
oft eine Grundlage fuer die Gestaltung von Kundenmanagementsystemen
(Customer Relationship Managment, CRM) auf der Exchange Theory (Morgan
and Hunt 1994).
Ihre
Mitwirkung
Wir
wuerden uns freuen, wenn Sie bitte den den beiliegenden Fragenbogen
ausfuellen und uns zusenden koennten. Da die Guete und statistische
Signifanz der Ergebnisse von einer sehr hohen Ruecklaufquote und vollstaendig
ausgefuellten Frageboegen abhaengt, ist Ihre Mitwirkung crucial/entscheidend
fuer den Erfolg der gesamten Studie. Ohne die Mitwirkung der Wirtschaft,
kann gute Forschung nicht anwedugsbezogen sein. Wir benoetigen Ihre
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Antworten getrennt und streng vertraulich behandelt.
Als
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nur fuer die beteiligten Unternehmen.
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Fragebogen |
Wir
Ueber Uns/Wissenschaftler
Professor
C. Schlueter Langdon, Principal Investigator
Informationstechnologie und Strategie, Marshall School of Business,
USC
| Voice: |
310.594.8466 |
| Fax: |
213.740.7313 |
| Email: |
clangdon@marshall.usc.edu |
|
Marshall
School, USC
IOM Department
Bridge Hall 401
Los Angeles, CA 90089
U.S.A.
|
Prof.
Dr. Gary Frazier
Der Richard & Jarda Hurd Stiftungsprofessor fuer Absatz- und
Distributionsmanagement, Marshall School, USC
Dr.
Gordon Guth
Universitaet Kaiserlautern
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